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Atemschutztraining in echten Flammen

240 Einsatzkräfte aus dem Kreis stiegen in den Brandsimulator


In einem Brandsimulationscontainer, der am vergangenen Wochenende, an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Leer stand, trainierten 240 Feuerwehrkräfte aus dem ganzen Kreisgebiet unter schwerem Atemschutz die Brandbekämpfung unter realen Bedingungen.



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LK Leer - Drei Tage lang brannte es im 20 Minuten Takt an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Leer an der Nessestraße. 120 Mal loderten die Flammen im Brandsimulationcontainer der Firma Dräger von Freitag bis Sonntag auf. Insgesamt hatten so 240 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Leer die Möglichkeit an diesem Atemschutztraining teilzunehmen.

Das Szenario war immer wieder dasselbe. In einer Kellerwohnung war es zu einem Brandausbruch gekommen. Immer Truppweise, also zwei Kameraden zusammen, betraten die Übungsanlage über einen Treppenraumzugang auf dem Dach des Containers. Im inneren erwarteten die Kräfte dann ein komplette Verrauchung und ein brennendes Sofa, hier in der Anlage eher unbequem aus Edelstahl. Beim Öffnen einer Tür zum vermeintlichen Wohnzimmer entzündete sich dann auch noch der heiße Brandrauch unter der Decke, der sogenannte Flash Over oder Rauchgasdurchzündung. Die Feuerwehrleute mussten blitzschnell reagieren und mit dem Strahlrohr und der richtigen Technik die Flammen unter der Decke zurückdrängen. Ebenso zügig musste dann der Brand des Sofas unter Kontrolle gebracht werden, denn durch die Rauchgasdurchzündung standen bereits der Rückweg und eine Küche hinter den Kräften in Brand. Gezielt musste jetzt zuerst das Feuer unter der Treppe des Rückwegs gelöscht werden. In der vermeintlichen Küche galt es eine brennende Fritteuse zu erkennen und nicht direkt mit Wasser zu löschen, sondern zunächst mit einem Deckel zu schließen. Wenn der Trupp dennoch das Strahlrohr in das brennende Fett hielt, simulierten die Trainer mit einem Knopfdruck eine Fettexplosion, was noch kräftig Hitze mit sich brachte. Eine weitere Brandstelle war eine brennende Gasuhr. Auch hierbei war Wasser nicht das Mittel der ersten Wahl. Das Schließen des Gasventils war bei dem ausströmenden Gas die effektivste Lösung. Das Feuer ging dann einfach aus. Nach dem Rückweg, galt es auf dem Dach der Anlage noch eine brennende Photovoltaikanlage zu löschen.

Ein Trainer erklärte den eingesetzten Kräften in einer ausführlichen Nachbesprechung, dann wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten für den Einsatz im Innenangriff gibt. Häufig wurde mehr Löschwasser eingesetzt als eigentlich notwendig gewesen wäre. Für viele Feuerwehrleute war das Training im Übungscontainer der erste Kontakt mit so vielen Flammen auf engsten Raum. Punktuell wurden bis zu 300°C im inneren erreicht. Bei wärmeren Außentemperaturen wären sogar 500°C möglich gewesen. Die Schutzkleidung der Feuerwehrleute verhinderte jedoch temperaturbedingte Verletzungen. Im Notfall hätten die Trainer die Anlage sofort abschalten und eingreifen können, aber das gesamte Wochenende verlief ohne Notfälle.

Für die Sicherheit der Atemschutzkräfte standen permanent Sanitäter bereit. Die Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale kümmerten sich während der drei Tage um die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft von Pressluftatmern und den Atemluftflaschen. Die Kreisausbilder des Atemschutzlehrgangs waren ebenfalls an allen drei Tagen vor Ort und kontrollierten die Schutzkleidung der Einsatzkräfte und standen beratend zu Seite. Immer ein Mitarbeiter des Ordnungsamts kümmerte sich um die Anmeldung und Dokumentation der Teilnehmer.

Die letzte Gruppe startete ihr Training am Sonntagabend um 20:15 Uhr. Bis dahin hat die Anlage drei Tage lang immer wieder in Vollbrand gestanden. Mehrere Kubikmeter Gas waren nötig um die Brände am Leben zu halten. Leider war die Nachfrage für das Training größer als das Angebot, sodass längst nicht alle Atemschutzträger im Landkreis Leer die Möglichkeit bekamen die Feuer im Brandsimulationscontainer zu löschen. Deswegen ist ein weiteres Trainingswochenende in Planung. Die Kosten für das Training übernahm der Landkreis Leer für die Kräfte der Kreisfeuerwehr. Für die Kostenübernahme der Träger aus den Ortsfeuerwehren sind die jeweiligen Kommunen zuständig.

Bericht von Dominik Janßen


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