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Feuerwehrverband Ostfriesland warnt

Gefahr der Selbstentzündung von Erntegut nach dem Einlagern


Zu feucht eingelagertes Heu oder Stroh zählt auch in der heutigen Zeit noch zu den großen Brandgefahren im landwirtschaftlichen Bereich, auch wenn die Umstellung auf Silage das Problem weitestgehend entschärft hat.


Feuer auf einem Bauernhof durch Selbstentzündung von Heuballen [Bild: C. Elsner (feuerwehr.info)]

Ostfriesland - Bekämpfte die Feuerwehr vor einigen Jahrzehenten noch regelmäßig große Bauernhofbrände, so ist die Zahl dieser Einsätze glücklicherweise stark gesunken. Zurückzuführen ist dieses auf den Rückgang der bäuerlichen Betriebe und die Umstellung von Milchviehaltung auf Ackerbanbau. Dennoch: Insbesondere Heuselbstentzündungen führen immer wieder zu Bränden - auch von landwirtschaftlichen Gebäuden. Was zunächst paradox klingen mag, Feuchtigkeit als Brandursache ist in der Landwirtschaft als Problem bekannt. Denn bei den feuchtigkeitsbedingten Gär- und Zersetzungsprozessen wird Energie in Form von Wärme freigesetzt. Eine regelmäßige Temperaturkontrolle mit speziellen Heumesssonden und der Einsatz einer Wärmebildkamera helfen den Landwirten, Feuergefahren rechtzeitig zu erkennen. Beide Gerätschaften hält die Feuerwehr vor.

Die Kontrolle von eingelagertem oder aufgestapeltem stark gepresstem oder zu früh eingelagertem Futtermittel aus Heu oder Stroh sollte regelmäßig und über einen längeren Zeitraum erfolgen und dokumentiert werden. Temperaturen bis 45 Grad sind unbedenklich. Ab einem Wert von 45 Grad sollten Messungen in einem engen Zeitfenster erfolgen. Wird die 60- Grad-Marke erreicht oder gar überschritten sollte die Feuerwehr benachrichtigt werden. Anzeichen für eine akute Brandgefahr ist das Einsinken des Heu- bzw. Strohlagers, aufsteigende Wasserdämpfe oder ein fauliger Geruch. Werden Werte ab 70 Grad oder darüber festgestellt, gilt es, die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 zu rufen! Keinesfalls sollte das Lagergut eigenhändig abgetragen werde, weil bereits vorhandene Glutnester entfachen, denn Hitze in Verbindung mit Luftsauerstoff führt unweigerlich zum Ausbruch eines Brandes.Heumessungen durch die Feuerwehren sind grundsätzlich kostenlos.

Die örtlichen Feuerwehren und unterstützen im Bedarfsfall mit Heumessungen. Auskünfte erteilt jede örtliche Feuerwehr.

Text von Joachim Riese f. den Feuerwehrverband Ostfriesland