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Häufig gestellte Fragen
zur Tunnelübung

Bericht von Dominik Janßen


Die am 17. September durchgeführte Einsatzübung im Emstunnel hat zu vielen Fragen geführt, die bei Urlaubern und Bürgern bislang unbeantwortet blieben.


Leer/Jemgum - Neben ein paar kritischen Stimmen in der Online Ausgabe der Ostfriesen Zeitung waren auch auf Facebook wilde Diskussionen und Spekulationen über die Ausführung und Ziele der Übung entstanden. Über das Kontaktformular auf dieser Website erreichte uns dann auch die ein oder andere Frage. Gerade bei den Urlaubern, die sich in der Region nicht sehr gut auskennen war während der Fahrt der Umleitungsstrecken Unmut aufgekommen. Viele Fragen, die sich die Verkehrsteilnehmer stellten bleiben unbeantwortet. Die Feuerwehr möchte hiermit die wichtigsten und am häufig gestellten Fragen beantworten.

Wieso musste die Übung auf einem Samstagvormittag stattfinden?
Autobahnmeisterei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei haben bei der Planung der Übung bewusst auf einem Samstagvormittag zurückgegriffen. Zum einem wird an diesem Tag der normale Berufsverkehr nicht, oder nur minimal eingeschränkt. Zum anderen haben die meisten Einsatzkräfte in den Feuerwehren an diesem Tag frei und die Kosten für die Kommunen und letztlich für den Steuerzahler durch Lohnausfall entfallen.

Wieso konnte die Übung nicht an einem Sonntag stattfinden?
An Sonntagen gilt in Deutschland ein LKW Fahrverbot, somit wäre es den Einsatzkräften nicht möglich gewesen die Auswirkungen auf die Tunnelzufahrten durch LKWs zu beobachten.

Warum mussten beide Tunnelröhren gesperrt werden?
Bei einem Unfall oder einem Brand im Emstunnel werden die bereits in die betroffene Tunnelröhre eingefahrenen Insassen der Kraftfahrzeuge durch Lautsprecher dazu aufgefordert den Tunnel über die ausgewiesenen Fluchtwege zu verlassen. Die Fluchttüren die sich alle 100m neben dem linken Fahrstreifen befinden führen direkt in die nicht betroffene Röhre, dann wäre es ungünstig wenn hier der Verkehr noch mit 80km/h rollen würde. Des Weiteren befahren die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Tunnel in der Regel nicht durch die betroffene Röhre, sodass bei einem Feuer nicht auch die Fahrzeuge der Feuerwehr in Brand geraten würden. Die Feuerwehr arbeitet dann durch die Türen zwischen den Röhren.

Warum wurde man nicht durch Durchsagen im Radio im Vorfeld gewarnt?
Um das Tatsächliche Verhalten des Verkehrs in den Zufahrten der Autobahn, vor den Wendeschleifen und den Portalen des Emstunnels zu ermitteln war es erforderlich, dass sich bis zur Vollsperrung der Verkehr normal verhält.

Wieso war nirgends zu erkennen warum der Tunnel gesperrt ist?
Die Information für die Verkehrsteilnehmer warum eine Sperrung vorlag hatte das Radio geliefert. Die Verkehrsdurchsage lautete „Sperrung wegen einer Sicherheitsübung“. Auf der Autobahn ist es technisch nicht möglich den Grund einer Sperrung anzuzeigen, außerdem ist diese Information für den Verkehrsfluss unerheblich.

Wieso waren keine Umleitungen eingerichtet worden?
Die Umleitung zu einer Vollsperrung am Emstunnel wird durch das Verkehrszeichen „460 – Bedarfsumleitung“ geregelt. Die Schilder sind an allen Autobahnausfahrten zu finden und weisen auf den Weg zur nächsten Anschlussstellen hin. Des Weiteren wurde am frühen Morgen eine zweite Umleitungsstrecke durch den Umlenkungspfeil (Verkehrszeichen 467 – großer Orangener Pfeil) durch die Straßenmeistereien eingerichtet.

Wieso war auf der Umleitungsstrecke keine Polizei?
Die wichtigste Aufgabe der Polizei bestand zuerst einmal darin die beiden Tunnelportale von Autos zu befreien, sodass die Rettungskräfte mehr Platz haben und bei einem tatsächlichen Feuer niemand aufgrund der hohen Hitzeentwicklung gefährdet wird. Hierbei muss jedes Fahrzeug einzeln rückwärts herausgeführt werden. Der Verkehr außerhalb des Tunnels ist durch Verkehrszeichen geregelt und die Polizei hätte hier keine Verbesserung herbeiführen können. An den Wichtigsten Verkehrsknotenpunkten waren die Beamten aber trotzdem zur Regelung des Verkehrs zur Stelle.

Warum konnte die Übung nicht wie sonst auch bei Wartungsarbeiten durchgeführt werden?
Auch hierfür gibt es zwei Erklärungen. Zum einen ist seit Inbetriebnahme des Tunnels vor 22 Jahren jede Feuerwehrübung bei Wartungsarbeiten durchgeführt worden und es gab für Feuerwehr und Rettungsdienst keinerlei Erkenntnisse darüber war passiert, wenn die Auffahrten plötzlich gesperrt sind. Keiner wusste wie es sich mit einer Anfahrt zum Emstunnel bei Stauendem Verkehr verhält. Diese wichtigen Informationen konnten alle beteiligten jetzt Sammeln. Der zweite Grund ist eine Europäische Richtlinie, in der es heißt: „Eine Sicherheitsübung muss alle 4 Jahre unter realen Bedingungen durchgeführt werden.“ Diese Bedingungen liegen nur bei laufendem Verkehr vor.

Diese Einsatzübung dient allen Verkehrsteilnehmern die den Emstunnel benutzten. Die Feuerwehren, der Rettungsdienst, die Polizei und auch die Autobahnmeisterei konnten wichtige Erkenntnisse gewinnen und sind für die Sicherheit aller Autofahrer bestens gerüstet und aufgestellt.
Die während der Übung aufgefallenen Mägel und Kritikpunkte werden alle Beobachter, Einsatzleiter, Gruppenführer und Organisatoren auf einer ausführlichen Nachbesprechung Mitte Oktober zusammentragen und dann Lösungen hierfür suchen.